Peter Beyls, Options, 2010, Plotterzeichnung, 25 x 25 cm

Peter Beyls - Mind the Sytem

Preview: 19. Februar 2016, 19 – 21 Uhr

Ausstellung: 20. Februar – 2. April 2016

Artist Talk: 20. Februar 2016, 15 Uhr

Peter Beyls und Andreas Broeckmann

 

Ausstellung: 20. Februar – 2. April 2016

"Der wahre Reisende hat keinen festen Plan und nicht die Absicht anzukommen" - Lao Tse, 600 B.C.

Es ist kein Zufall, dass dieses Zitat im Buch "Simple Thoughts" von Peter Beyls für seine künstlerische Haltung und sein Werk steht, das ziellose Umherschweifen als Künstler. Im Gegensatz zu anderen KünstlerInnen der digitalen Kunst verfolgte er nicht ein lineares Konzept der Entwicklung. Wie ein neugierig Reisender strebte er in verschiedene Richtungen und sehr oft überraschte er uns mit neuen ästhetischen Abenteuern. Dies mag ein Grund sein, dass der volle Umfang seines Werkes erst spät Anerkennung fand, obwohl er ohne Weiteres mit den Pionieren der 1970er Jahre mithalten kann. DAM zeigt eine umfangreiche Ausstellung seiner Arbeiten der letzten 40 Jahre mit einer Betonung auf den Zeichnungen, einschliesslich der jüngsten robotergesteuerten Werke.

Beyls studierte Musik und Computerwissenschaften an den Universitäten in Stockholm, Brüssel und London. Dabei interessierten ihn besonders interaktive, generative Syteme oder künstliche Intelligenz. Er verwendet den Computer sowohl als Musiker als auch als bildender Künstler. Die Grundlage bilden ausschließlich selbst geschriebene Programme, die oft als Plotterzeichnungen realisert wurden. Dabei entstanden immer wieder neue Serien im Dialog mit den spezifischen Möglichkeiten der Maschine. Die Kunst, die normalerweise objektzentriert ist, welches als Resultat einer bestimmten Idee hervorgebracht wird, wurde durch die Arbeitsweise mit einem Algorithmus erweitert. Es handelte sich dabei immer um eine Reihe von Werken, die das Ergebnis eines sich kontinuierlich weiter entwickelnden Programmes waren. Peter Beyls arbeitet hier in der Tradition von Frieder Nake und später Vera Molnar und Manfred Mohr, der bereits Mitte der 1960er Jahre das Meisterwerk für tot erklärte und dies durch die Serie ersetzte.

Beyls setzt völlig vorbehaltlos unterschiedliche Stifte, ob Tinte oder Filzstift, ein und scheut auch nicht davor zurück die schwarz/weißen Plotterzeichnungen per hand zu kolorieren. Entsprechend unterschiedlich sind die Resultate. In der jüngsten Zeit entstanden robotergesteuerte Zeichnungen, die auch in der Ausstellung zu sehen sein werden.

 

In Memoriam Georg Nees, 1926 – 2016

Ausgewählte Arbeiten in der Bibliothek

Zu Erinnerung an Georg Nees zeigen wir in unserer Bibliothek eine Auswahl von seinen frühen Arbeiten. Der deutsche Pionier der Computerkunst verstarb am 3. Januar 2016. Georg Nees war der erste Künstler, der 1965 eine Ausstellung mit Plotterzeichnungen in Stuttgart realisierte.